TCM by Jessica Noll

Stress und Psyche

Aus Sicht der TCM hat Stress oft eine sogenannte Leber-Qi-Stagnation (Gan Yu) zur Folge. Das bedeutet zu allererst, dass das Qi nicht mehr frei fließen kann. Doch wie kommt es dazu?

Auf Grund der Anforderungen unseres Zeitalters befinden sich viele Menschen permanent in eine „Ausnahmesituation“.

In diesem “Kampf-und-Flucht”-Modus werden über die Hypophyse Hormone wie Cortison, Adrenalin und Noradrenalin, aber auch z.B. Schilddrüsenhormone abgegeben. Nun wissen wir, dass so ziemlich jeder Mensch hier und da unter einer Gan Yu leidet. Entscheidend sind hier, die Dauer und das Ausmaß der Anspannung und die daraus entstehenden Folgen.  

Wenn in einer akuten Gefahrensituation diese Reaktion des Körpers sich blitzschnell auf eine riskante Situation einzulassen und entsprechende Signale zu senden sehr beeindruckend ist, ist es doch auch verständlich, dass eine solche Alarmbereitschaft im Dauermodus erhebliche Störungen verursachen kann. Sieht sich der Körper einer permanenten Stressreaktion ausgesetzt, wird es irgendwann zwangsläufig zu einer Erschöpfung kommen.  

 

 

Die Leber hat die Aufgabe, alle Energien im Körper gleichmäßig zu verteilen und für einen guten Fluss zu sorgen. Das bietet dem TCM-Therapeuten oftmals eine Erklärung für Beschwerden, die mittels der Schulmedizin keine Diagnose finden bzw. letztendlich “psychosomatisch” genannt werden.  

 

 

Jeder Mensch ist geprägt durch seine Veranlagung, auch Konstitution genannt. Das ist ein Grund, warum einige Menschen besser mit Stress umgehen können als andere. Oder auch, warum die Wahrnehmung von Stress unterschiedlich ist. Während es für einige Menschen den größten Stress bedeutet, eine Arbeit abzuliefern, sind es für andere Menschen vielleicht gesellschaftliche Anlässe oder ganz individuelle und subjektive Themen, die Stress verursachenDiese Sichtweise verdeutlicht die Wichtigkeit der Individualität. 

Um die Stagnation zu lösen ist meiner Erfahrung nach die Akupunktur die erste Wahl. In einigen Fällen bietet sich ein kürzerer Abstand der Behandlungen an. Bei Schlafstörungen z.B. ist die positive Wirkung der Akupunktur oft schnell zu spüren, verebbt aber zu Beginn häufig nach einigen Tagen. Es ist sinnvoll, zweimal pro Woche zu behandeln um schnellere Erfolge zu erzielen. 

 

Chinesische Kräuter unterstützen den Heilungsprozess und werde oft noch lange Zeit nach der eigentlichen Therapie verabreicht um langfristige Stabilität zu erreichen. 

 

Zusätzlich zu unserer eigenen Therapie besprechen wir mit den Patienten, welche Umstellungen im Alltag dauerhaft in Linderung bringen können. Zu Beginn einer Behandlung ist jedoch der Leidensdruck oft so hoch, das alte Konto und Kräuterheilkunde im Vordergrund stehen Um den Patienten Erleichterung zu verschaffen. Doch was nützt uns eine Beschwerdefreiheit wenn die ursächlichen Störfaktoren bestehen bleiben?

 

Aus diesem Grund geben wir immer auch einige Hausaufgaben und Tipps mit auf dem Weg, die unterstützen und Langfrist dich vorbereiten sollen. Da Druck oft eine große Rolle bei Stress und Burnout spielt, werden auch die Hausaufgaben ganz individuell auf den Patienten zugeschnitten. Zu viele Verbote oder Pflichten schnüren das Qi wieder ein. Deswegen müssen alle Tipps der jeweiligen Situation angepasst werden. 

 

Ergänzende Tipps finden Sie hier: BLOG